Festakt zu neun Jahren Gemeinschaftsschule – die Schulart hat sich fest in der Bildungslandschaft etabliert
Kultusministerin Theresa Schopper: „Ich bin überzeugt vom Konzept der Gemeinschaftsschule. Sie ist eine adäquate Antwort auf die moderne Gesellschaft und ein wichtiger Baustein für gerechte Bildungschancen.“
Von 42 auf mehr als 320 in neun Jahren: Das ist die Entwicklung der Standorte der Gemeinschaftsschule, die zum Schuljahr 2012/2013 in Baden-Württemberg gestartet ist. Heute lernen mehr als 80.000 Schülerinnern und Schüler nach dem pädagogischen Konzept der Gemeinschaftsschule. Nach dem ersten Hauptschulabschluss 2017 und dem ersten Realschulabschluss 2018 haben mittlerweile auch die ersten Schülerinnen und Schüler ihr Abitur abgelegt – ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung der noch jungen Schulart. „Die Gemeinschaftsschule ist fest in der Bildungslandschaft in Baden-Württemberg verankert“, sagt Kultusministerin Theresa Schopper bei der Veranstaltung „Neun Jahre Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg“ im Kursaal in Bad Cannstatt.
Dieser strukturelle Aufwuchs wäre ohne das große Engagement unterschiedlicher Akteure nicht möglich gewesen. Schulleitungen und Lehrkräfte, Eltern, Schulträger, Schulverwaltung, Verbände und die Politik – alle haben am Aufbau mitgewirkt, allen gilt ein großer Dank und allen zeigt der Koalitionsvertrag, dass sich die Landesregierung eindeutig zur Gemeinschaftsschule bekennt. „Bildungsgerechtigkeit ist mir ein besonderes Anliegen, und ein gerechtes Bildungssystem leistet auch einen entscheidenden Beitrag für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Zumal erfolgreiche Bildungsbiographien nicht zuletzt auch die Basis für den Erfolg unserer heimischen Wirtschaft sind“, sagt Schopper und fügt an: „Bildungsgerechtigkeit heißt auch, auf die individuellen Bedürfnisse und Voraussetzungen der Kinder und Jugendlichen einzugehen – und das ist eine der zentralen Zielsetzungen der Gemeinschaftsschule.“
Ein Argument für das Konzept der Gemeinschaftsschulen liefern die Schülerinnen und Schüler, die ihre Abschlussprüfungen zu einem sehr großen Anteil erfolgreich abgelegt haben. Zudem zeigen die Leistungen der Kinder und Jugendlichen: Die Gemeinschaftsschule ist eine Schule des Bildungsaufstiegs, und ihre Berechtigung bestätigen auch die Rückmeldungen – unter anderem von Eltern, aus der Wirtschaft oder in Form von Auszeichnungen und Preisen. Dieses Engagement trägt Früchte: Die Schülerzahlen sind auf hohem Niveau stabil. Familien schätzen es, dass es wohnortnah eine Schule gibt, die zu allen Abschlüssen führt. Eine gute Gemeinschaftsschule ist damit ein echter Standortvorteil für die Gemeinde. Wichtige Zukunftsthemen wie Digitalisierung oder Inklusion finden in der Gemeinschaftsschule ebenfalls einen guten Nährboden. So will das Kultusministerium die Profilierung der Gemeinschaftsschule weiter vorantreiben, weiteren Gemeinschaftsschulen ermöglichen, gymnasiale Oberstufen einzurichten, oder auch die Zuweisung von Gymnasiallehrkräften an Gemeinschaftsschulen optimieren.
„Wir haben ein großes Interesse an der Fort- und Weiterentwicklung der Gemeinschaftsschule. Denn ich bin von ihrem pädagogischen Konzept überzeugt“, sagt Ministerin Schopper und fährt fort: „Und ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass dieses auch eine adäquate Antwort bereithält, um einer Gesellschaft, die sich mit vielen Umbrüchen auseinandersetzen muss, gerecht zu werden und gerechte Bildungschancen zu schaffen.“
Auch die Egauschule Dischingen hat sich im Jahre 2013/14 auf den Weg der Gemeinschaftsschule gemacht. Die Eltern und Erziehungsberechtigen sind eingeladen, das vielfältige Angebot, das die Geminschaftsschule bietet, an der Egauschule in Anspruch zu nehmen. Die individuellen Fähigkeiten und Talente ihrer Söhne und Töchter können dank vielfältiger Wahlmöglichkeiten ideal gefördert werden. Es gilt Neugierde zu bewahren und Freude am Lernen zu finden.
Durch die sehr gute digitale Ausstattung konnten und können unsere Kinder sowohl im Präsenz- als auch im Fernunterricht nach den neuestens Unterrichtsformen bestens unterrichtet werden.
Mit dem aktuellen Schuljahr besuchen nun 390 Schülerinnen und Schüler in 21 Klassen die Egauschule. Als aufstrebende Gemeinschaftsschule eröffnet sie den Schülerinnen und Schülern ein breites Angebot zur individuellen Förderung und Entwicklung auf ihrem Weg zu einem Hauptschul- oder Realschulabschluss, in die Berufsbildung oder ans Gymnasium. Hierfür baut die Schule ihren Lehrkörper beständig aus: Immer mehr Realschul- und Gymnasiallehrkräfte finden den Weg nach Dischingen, sodass nach der Grundschulphase alle Niveaustufen – vom Hauptschul- bis ins Gymnasialniveau – ideal unterrichtet werden können. „Ein wesentliches Ziel unserer Schule ist die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung“, erklärt die Schulleiterin, „wir möchten die Schülerinnen und Schüler zu Selbstvertrauen und Eigenständigkeit führen, damit sie dem Leben mit seinen Herausforderungen gewachsen sind.“
Im Schuljahr 2021/22 werden 50 Kinder an der Egauschule den Schulabschluss absolvieren. 26 Jugendliche werden den Realschulabschluss machen und 24 den Hauptschulabschluss.